Die Regierung plant massive Einschnitte. Dass das notwendig und richtig ist, sehen vermutlich die meisten ein. Spannend ist allerdings, wo gespart werden soll:
Das Geld soll [...] durch Kürzungen im Sozialbereich hereinkommen.
Wie bitte?
Ein großer Teil der 80 Milliarden soll bei Arbeitslosen, Kindern, Rentnern und behinderten Menschen gespart werden. Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, hat diese Einschnitte in ihrer bereits bekannten kruden Logik als gerecht hingestellt: ihr Ressort betrage fünfzig Prozent des Bundeshaushaltes, daher seien verhältnismäßig starke Einschnitte bei den Ausgaben für Arbeit und Soziales nur fair. Eine detaillierte Liste der Kürzungen ist detaillierte Liste der Kürzungen zu finden.
Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutz-Bundes bezeichnet die Pläne in einem Interview auf tagesschau.de als “skandalös” und “grausam”:
Da hat eine alleinerziehende Mutter, die gar nicht arbeiten kann, weil sie ein Baby hat und weil es in ihrer Region gar keine Kita für so kleine Kinder gibt [ein] Einkommen von knapp über 800 Euro, und davon streicht man ihr jetzt 300! [...] Das ist eine Kürzung von mehr als 30 Prozent, die einer der Ärmsten der Armen in unserem Land hinnehmen muss.
Stephan Ueberbach hat dazu einen kurzen Kommentar veröffentlicht, der mir aus dem Herzen spricht.
Liebe Bundesregierung, sehr geehrte Frau Merkel,
wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt? [...]
Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher, bei denen jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und Leiharbeiter, die nicht wissen, wie lange sie ihren Job noch haben? Oder meinen Sie die Normalverdiener, denen immer weniger netto vom brutto übrigbleibt? [...]
Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen, dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts gewesen wäre.
Ein weiterer kritischer Artikel, der sich mit den Kürzungen beschäftigt, ist bei Telepolis zu finden.
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