In Afghanistan soll ein neues “Familiengesetz” für den schiitischen Teil der Bevölkerung verabschiedet werden, welches internationales Aufsehen erregt hat: darin steht u.a., dass eine Frau ihrem Ehemann mindestens alle vier Tage sexuell zugänglich sein muss.
Tagesschau.de schreibt über das Gesetz:
Nach Angaben der Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Navi Pillai, gestattet die Regelung die Vergewaltigung durch den Ehemann. Auch benötigt eine Frau danach die Erlaubnis ihres Mannes, wenn sie eine Bildungseinrichtung besuchen oder einen Beruf ausüben will. Schiitinnen könnten künftig weder Haus noch Land erben.
Heute gab es daraufhin eine Demonstration afghanischer Frauen – angeführt von weiblichen Abgeordneten und Menschenrechtsaktivistinnen – die von männlichen Gegendemonstranten eingekesselt, beschimpft und mit Steinen beworfen wurden.
In Jerusalem gibt es eine neue Buslinie, in der Frauen hinten einsteigen und hinten sitzen müssen … nicht nur geht es nicht voran, wir entwickeln uns auch noch zurück.
Nrgl.
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April 17th, 2009 at 23:51
Es ist sehr traurig, was in Afghanistan passiert, und alles das hat viele Aspekte.
Ich hatte die Gelegenheit, mit Sima Samar über den gesellschaftlichen Wiederaufbauprozess zu sprechen. Sie hat am meisten beklagt, dass es keine juristische Aufarbeitung, keine gerechte Bestrafung der Gräueltaten und ihrer Täter gab.
Kurz: Was Afghanistan gebraucht hätte, um besser in einen Demokratisierungsprozess zu starten, wäre ein afghanischer Nürnberger Prozess gewesen.