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lohngefälle zwischen männer und frauen in deutschland

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2006 verdienten weibliche vollzeitangestelle Arbeitnehmerinnen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als männliche: damit ist Deutschland in Europa auf einem der letzten Plätze, und das einzige Land in der EU, in dem der Schnitt von 1995 bis heute zugenommen hat (und nicht gleich geblieben ist, oder sogar abgenommen hat).

Statistisch gesehen ist das natürlich noch nicht sehr aussagekräftig: man könnte diese Zahl z.B. dadurch erklären, dass Frauen tatsächlich häufiger Jobs haben, die einfach grundsätzlich schlechter bezahlt werden, und deswegen im Schnitt unter Männern liegen. Und tatsächlich berichtet tagesschau.de aus der Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz:

Frauen arbeiteten überdurchschnittlich häufig zu Niedriglöhnen, was sich deutlich auf die Statistik auswirkt. Ein Teil des Unterschieds sei zudem durch die größere Zahl von Überstunden bei Männern und deren häufigeren Aufstieg in Führungspositionen erklären. Entscheidend seien aber die Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit durch die Erziehung von Kindern sowie die Phasen der Teilzeitbeschäftigung.

Spannender wird es, wenn man parallelisiert: innerhalb desselben Berufs liegt ein Lohnunterschied von 21 Prozent vor – und selbst bei gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichen Alter liegen Frauen im Schnitt bei ca. 12 Prozent weniger Gehalt als männliche Kollegen im selben Betrieb.

Das ist der spannende Teil der Studie. Und hier muss dringend etwas unternommen werden.


March 19th, 2009  

3 Responses to “lohngefälle zwischen männer und frauen in deutschland”

  1. Basti
    March 19th, 2009 at 19:10

    Ich denke auch, dass da etwas getan werden muss. Die Frage ist nur wo für welche Berufsgruppe.

    Und da kommt mein noch unvollständiges Wissen zu Tarifgruppen ins Spiel: Für alle tarifgebundenen Berufe dürfte es doch keine Unterschiede geben, oder? Positionen sind doch an Tarife gebunden, schon bevor ein Mann oder eine Frau die Position übernimmt, oder?

    Für den außertariflichen Bereich spielt Verhandlungs-Wille auch eine große Rolle, glaube ich. Gibt es Untersuchungen dazu, ob Frauen weniger verhandeln als Männer?

    Und wie würde man das beeinflussen?


  2. E.
    March 19th, 2009 at 19:33

    Ich bin da leider auch ungebildet – aber ja, für alle Berufsgruppen, für die Gehälter feststehen, sehe ich da geringere Probleme bzgl. der Bezahlung; hier geht es dann eher darum, wieso Frauen weniger häufig in Führungspositionen aufsteigen.

    Für andere Berufsgruppen könnte man natürlich versuchen, Quoten einzuführen, um gleiche Bezahlung für Frauen zu garantieren, aber das gefällt mir gar nicht. Ich finde es gut, wenn unterschiedliche Arbeitgeber unterschiedliche Gehälter zahlen (solange es nicht unmenschlich wird), das ist eben Teil des kapitalistischen Systems. Und überhaupt bin ich kein großer Fan von weiteren Einschränkungen und Regulierungen.

    Verhandlungswille ist ein guter Punkt – vielleicht gibt es dazu tatsächlich Studien? Mal Anna fragen.

    Einfluß auf das Problem nehmen: Arbeitgeber zwingen, Schulungen durchzuführen, wie man als Arbeitnehmer mehr Geld rausdiskutiert :) … aber im Ernst, man könnte vielleicht tatsächlich von staatlichen Seite Informationskampagnen starten, Aufklärung und Bildung sind doch immer gute Startpunkte für Veränderungsprozesse.

    ta-ta
    E.


  3. Denis
    March 19th, 2009 at 21:49

    Es gibt durchaus auch Gründe oder Erklärungen dafür, warum Frauen weniger verdienen als Männer. Ich werf dazu mal ein paar Artikel in die Runde: Laut einer DIW Studie verdienen hochqualifizierte Frauen unter 30 im Schnitt 7% mehr als ihre männliche Kollegen und 45% der Führungskräfte unter 30 sind weiblich. Hört sich für mich schon nach Chancengleichheit (für AkademikerInnen) an. Aber über 30 ändert sich die Lage, was wohl an der Babypause, Kindererziehung und traditioneller Arbeitsteilung liegt. (http://www.frauenmachenkarriere.de/Themen/Gleicher_Lohn/article_frauenportal/Junge_Frauen_in_Fuehrungspositionen_besser_bezahlt.html)

    Aber ich denke auch, dass es Männern generell wichtiger ist viel zu verdienen, aufzusteigen und Führungspositionen zu erlangen, als Frauen. Da passt es auch ins Bild, dass der Anteil der Frauen in karriereorientierten Studiengängen nur 25 Prozent beträgt (http://www.abendblatt.de/daten/2006/06/26/578449.html).

    Natürlich heisst das nicht, dass 22% Gehaltsunterschied Schicksal sind, gerade wenn sich in anderen Ländern hier mehr bewegt hat. Von mir aus dürfen die Frauen ruhig mehr zu unserem BIP beisteuern ;) ,aber ich bin absolut nicht der Meinung, dass Quoten oder ähnliche Bevormundung hilfreich sind, zumal sie mMn die Freiheit des Einzelnen beschränken und nicht fördern!

    Ich denke zwar schon, dass das klassische Rollenverständnis hier großen Einfluss hat, aber wollen wir jetzt alle zu ihrem Glück erziehen? Es scheint auch viele Menschen zu geben, denen es genau so gefällt. Und zwar nicht nur den Männern.
    Manchmal hab ich den Eindruck, der moderne Mann soll einfach nur zur Eier legenden Woll-Milch-Sau werden; Elternzeit nehmen, Kinder erziehen, den Haushalt schmeissen – und natürlich das Haus bezahlen und die Familie ernähren.
    Aber das wird so nich klappen…


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