Staatliche Hilfen für angeschlagene Autobauer sind nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Geldverschwendung. Dafür zeigt OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmidt-Hebbel einige Gründe auf:
(A) Zum einen habe die Branche in den letzten Jahrzehnten viel zu viele Autos produziert, und müsse in den nächsten Jahren – ganz unabhängig von einer Rezession – schrumpfen.
(B) Schmidt-Hebbel sagt weiterhin: “Die Autoindustrie produziert in einigen Ländern zehn Prozent der Wirtschaftsleistung – aber was ist mit dem nächstgrößten Industriezweig?” Seiner Meinung nach ist es willkürlich, nur diese Branche zu unterstützen, wo andere Industriezweige ebenfalls nach Hilfe schreien.
(C) Als letzten Punkt nennt er die Zukunftsfähigkeit. Auch wenn von der Autoindustrie viele Arbeitsplätze abhingen, sei diese im Gegensatz zur Finanzwirtschaft für die Volkswirtschaft nicht von existenzieller Bedeutung.
Die Regierungen sollten ihr knappes Geld in der Rezession deswegen lieber in Zukunftsinvestitionen wie etwa Schulen stecken.
Kluge Worte, wie ich finde.
Update: 04.03.2009
Als ob Frau Merkel es gelesen hätte …
tagesschau.de schreibt:
Merkel betonte vor der Unionsfraktion nach Angaben von Teilnehmern, sie könne im Gegensatz zu SPD-Chef Franz Müntefering nicht erkennen, dass Opel eine systemrelevante Bedeutung für die deutsche Industrie habe. Für den Autobauer kämen aus ihrer Sicht nur Hilfen infrage, die im Rahmen des Kredit- und Bürgschaftsprogramms der Bundesregierung auch für andere Unternehmen denkbar seien.
Merkels Sprecher verwies darauf, dass eine “systemische Bedeutung” kein Kriterium für staatliche Hilfen für ein Unternehmen sei. Vielmehr komme es unter anderem auf die Zukunftsfähigkeit an.
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March 3rd, 2009 at 23:30
Ach, man kann in Bildung investieren? Das müssen wir denen sagen! Die wissen das nicht! ;-)