Hast du heute schon geliebt,
hast du heute schon gehasst,
oder hast du nur geschlafen und den ganzen Tag verpasst?
Hast du heute schon gekämpft?
Hast du dich heut schon gewehrt?
Hast du deine Chance genutzt oder dich wieder nur beschwert?
Hast du heute schon gemerkt,
wie schnell die Lebenszeit verrinnt?
Viel zu oft ist alles aus
bevor es überhaupt beginnt.
Hast du heute schon gezittert?
Hast du heute schon gebebt?
Sag mir hast du heute schon gelebt.
als wenn die Welt sich nicht mehr dreht.
als wenn die Welt schon morgen untergeht?
Hey hast du heute schon geliebt,
als wenn es für dich kein Morgen gibt?
Sag mir hast du heute schon gelebt?Hast du heute schon gewonnen,
hast du heut etwas gewagt,
oder hast du wieder alles auf den Tag danach vertagt?
Hast du heut etwas riskiert,
oder hast du nur geschluckt?
Hast du dich heut erhoben und am Ende doch geduckt,
hast du heut daran gedacht,
wie schnell der letzte Vorhang fällt?
Deine Rolle ist geschrieben,
deine Weichen sind gestellt.
Glaubst du dass sich noch was ändert?
Glaubst du dass da noch was geht?Hast du heute schon geliebt?
Hast du heute schon gehasst?
Hast du heut etwas gewagt,
oder brauchst du diesen Kick, den man nur spürt,
wenn man versagt?
October 17th, 2008
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October 17th, 2008 at 13:16
“Sag mir hast du heute schon gelebt.
als wenn die Welt sich nicht mehr dreht.
als wenn die Welt schon morgen untergeht?
Hey hast du heute schon geliebt,
als wenn es für dich kein Morgen gibt?”
Was würde wohl geschehen, wenn alle Menschen dem impliziten Rat dieses Textausschnitten konsequent folgen würden?
October 17th, 2008 at 13:25
Ich muss bei deiner Frage an den Film “Kirschblüten Hanami” von Doris Dörrie denken, als Trudi, die von der tödlichen Krankheit ihres Mannes Rudi erfährt, diesen fragt (der nichts davon weiß), was er wohl tun würde, wenn morgen sein letzter Tag wäre … er antwortet, dass er alles so machen würde wie immer.
Irgendwie rührend, weil man merkt, wie glücklich und zufrieden er mit seinem Leben ist.
Zumindest habe ich die Stelle so interpretiert.
—
Um deine Frage direkt zu beantworten: Menschen würden ein intensiveres Leben führen, es würde ihnen besser gehen, sie wären echtere Menschen, und weniger Schafsmenschen.
Aber das ganze hat natürlich einen Preis, auf den du hinauswillst: die meisten Menschen würden nicht mehr zur Arbeit gehen (weil sie merken würden – spät, aber doch? – dass sie das, was sie tun, nicht erfüllt), die Wirtschaft würde zusammenbrechen. Früher habe ich immer gesagt: “Le fabuleux destin d`Amelie Poulain” ist ein toller Film, aber er ist weltfremd, Amelie ist weltfremd.
Ein Staat braucht keine glücklichen Ameisen, wenn es nur darum geht, dass er funktioniert, sondern fleissige Ameisen.
Allerdings denke ich heute, dass es nur deswegen nicht funktionieren würde, weil wir uns in unserem jetzigen System befinden. Es gibt immer mehr Unternehmen, bei denen Selbstbestimmung, Freiheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter eine steigende Rolle spielt; ich kriege das auch bei Freunden und Kollegen in Unternehmensberatungen bzw. im Sektor Change-Management mit, Google ist hier sicher ein prominentes, aber sicherlich kein einzigartiges Beispiel.
Es spricht vieles dafür, sich schrittweise in diese Richtung zu entwickeln, oder? Träume sind wichtig … keine Veränderung beginnt ohne einen Traum, eine Utopie, auf den bzw. die man hinarbeiten kann.
October 17th, 2008 at 13:47
Träume mögen wichtig sein – aber man sollte wissen, dass es Träume sind.
Deine Überlegungen fußen auf einer positivistischen Betrachtung “des Menschen an sich”.
Imo lehr uns die Geschichte aber, dass das einzig Verlässliche im Bezug auf Menschenmassen (!) deren Gier ist. Kriege, Hass und Verfolgung lassen sich im Endeffekt auf diese Triebfeder menschlichen Handelns zurückführen – Ausnahmen selbstloser Wohltäter, Forscher und Anführer sind wertvoll, aber leider nicht die Regel.
Was würde also passieren, wenn “der Mensch” die Zukunft und damit die Konsequenzen seiner Handlunge nicht mehr zu fürchten bräuchte? Ich sehe da viel – alles wäre intensiver, nicht-schaafsmäßig und wohl auch “echter”. Aber nichts davon wäre meiner moralischen Ansicht nach erstrebenswert oder würde die Mehrheit auch nur ansatzweise glücklich machen.
March 3rd, 2009 at 09:55
Was würde passieren, wenn Menschen nicht mehr Träumen könnten?