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full metal village

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(Einleitend möchte ich kurz betonen, dass sich diese Rezension mitnichten an Heavy Metal Fans oder erfahrene Festival Besucher richtet, obschon sie auch für diesen Personenkreis von großem Interesse sein könnte, sondern gerade an diejenigen von euch, die von Heavy Metal Kultur, Festivals und Landwirtschaft (sic!) nicht so besonders viel Ahnung haben).

Inhalt
Der Film der koreanischen Autorin Cho Sung-hyung ist zuerst einmal Film Dokumentarfilm über echte Menschen, die echter garnicht sein könnten. Menschen aus dem Alltag des schleswig-holsteinischen Dorfes Wacken gegriffen, Menschen mit Charakter, Neigungen, Schrullen, Fantasien, Geschichten – Menschen eben, die ihr Leben führen. Abseits des weltweit größten Heavy Metal Festivals, dass jährlich in dem kleinen Dorf stattfindet, in der Vorbereitung darauf, während und nach dem Festival.
Dazu wird ein sehr lustiger und rein dokumentarischer Einblick in die Heavy-Metal Kultur gegeben, und wer Lust hat, endlich einmal Vorurteile abzubauen, sollte sich wirklich Zeit für die 90 Minuten nehmen. Ich werde meinen Eltern den Film mit Sicherheit zeigen.

Stil
Zum einen schafft es Cho Sung-hyung, absolut authentische Einblicke in das Leben von Menschen zu geben, ohne sich selbst in die Abbilder dieser Menschen einzubringen. Sie skizziert auf eine herzliche und nahe, aber doch distanziert und klare Art und Weise die Protagonisten. Zum anderen ist der Film einfach “ganz große Kunst” – Kameraübergänge, Wildnisaufnahmen, musikalische Einspielungen und vieles mehr haben mir wahnsinnig gut gefallen.
Zurecht hat der Film die folgenden Preise gewonnen: Schleswig-Holstein Filmpreis 2006, Hessischer Filmpreis 2006, Gilde Filmpreis 2007 und den Max Ophüls Preis 2007, der zum ersten mal überhaupt an einen Dokumentarfilm ging. Die Jury lobte den Film als humorvoll und vielschichtig, als „unterhaltsamen Dokumentarfilm, der ein faszinierendes Bild deutscher Identität“ liefert.

Bewertung
1

Zitat
“Mach’ mir die Schere Baby, denn du hast ‘nen ziemlich guten Charakter…”


January 5th, 2008  

2 Responses to “full metal village”

  1. miserable old bat
    January 5th, 2008 at 17:25

    Da hast Du aber lange gebraucht bis Du den Film geschaut hast, ist ja doch schon ne Weile raus.

    Trotz allen Lobs und dem guten Unterhaltungswert des Films hat er durchaus Schwächen. So finde ich es sehr ungünstig, dass man zum großen Teil nur die Antworten der Einheimischen nicht jedoch die Fragen der Filmemacherin erhält. Auf Grund dessen habe ich mich an manchen Stellen gefragt, warum gerade diese Geschichten erzählt werden (extremstes Beispiel ist das Mädchen, das wohl gerne den zweiten Weltkrieg direkt mitbekommen hätte) und was Cho Sung-hyung damit bezweckt gerade diese Aussagen/Geschichten zu zeigen.
    Lustig und unterhaltsam ist die “Dokumentation” aber alle mal und meine absolute Lieblingsszene ist die Interpretation von manamana an der Bushaltestelle :).


  2. e.
    January 5th, 2008 at 17:34

    Ich schließe mich an, die Bushaltestellenszene ist der Hammer. (LINK)
    Hier im übrigen das Original, und die absolut coolste Nachahmung ever.

    –

    Und ich finde es gerade sehr positiv, dass man die Regisseurin im Grunde fast nie sieht, und die Protagonisten mehr oder weniger Monologe halten. Das gibt dem ganzen für mich ein authentischeres Setting, wie ich finde.

    Die Leute halten derart lange Monologe, dass ich mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass das eingeübt war, oder vorgesprochen, oder dass sie auf ganz bestimmte Fragen eingehen – auf mich wirkt es so als würden sie einfach vor sich hin erzählen, abschweifen, nachdenken, aus dem Nähkästchen plaudern … und das gefällt mir unheimlich gut. Sieht man ja auch an dem Bonusmaterial auf der DVD, das weit über eine halbe Stunde outtakes enthält: die haben schlicht wahnsinnig viele Szenen gedreht, waren einfach lange bei den Menschen dabei, und einige wenige Szenen konnte man dann für den Film verwerten.


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