Es gibt Menschen, die aufgrund von Umständen, die wir uns garnicht oder nur schwerlich vorstellen können, brutale Verbrechen vergehen - zum Beispiel Delikte mit sexuellen Handlungen (von der versuchten Vergewaltigung bis zum Tötungsdelit mit sexueller Komponente).
In Deutschland facht die Diskussion immer wieder auf, und es werden Forderungen gestellt, die von “sperrt diese Menschen für immer ein” bis hin zu “gebt ihnen die Möglichkeit, eine ordentliche Therapie zu machen - jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient” reichen.
Bayern hat ein neues System eingerichtet, dass gefährliche Sexualstraftäter nach Entlassung in eine besondere Datenbank aufnimmt, und für eine sogenannte “Gefährderansprache” sorgt, in der Probanden des Programms über ihren rechtlichen Status aufgeklärt werden - nach dem Motto: Freundchen, wir haben einen Blick auf dich.
Desweiteren kriegen solche Menschen Auflagen (jemand, der sich an Kindern vergangen hat, darf sich z.B. nicht in die Nähe von Kindergärten und Schwimmbädern begeben), die beim Bruch auch durchaus hart bestraft werden können (momentan 1 Jahr Gefängnis, es steht eine Gesetzesänderung an, die bis zu 3 Jahre vorsieht).
Die Amerikaner halten es da anders. Wenn man nach z.B. 20 Jahren Gefängnis entlassen wird, u.U. nach sehr langer Therapie - findet man sich sehr bald auf dieser Seite wieder: http://www.nsopr.gov/
Resozialisierung ist damit unmöglich, Freigelassene fühlen sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit im Knast besser aufgehoben (das war 20 Jahre lang ihr Lebensraum - sie haben dort soziale Kontakte, Sport, Fernsehen, Computer, Bibliothek - es ist sogar Intimverkehr in einigen amerikanischen Staaten erlaubt, im übrigen auch in einigen deutschen Bundesländern).
Wenn Familie Howard also demnächst umziehen möchte, in eine andere Straße, kann sie prüfen, ob es in dieser Straße einen “sex offender” gibt. Oder wer in den Nachrichten gehört hat, dass jemand freigelassen wird, sucht man schnell den Namen in der Datenbank und lässt sich den Wohnort anzeigen. Ein bißchen wie google-earth … natürlich sind auch Fotos und andere demographische Daten gespeichert.
Ich muss das System wohl kaum kommentieren … es hat u.a. auch dazu geführt, dass mehrere dieser Menschen nach einen Gefängnisaufenthalt der Selbstjustiz zum Opfer fielen.
Es liegt mir fern, Sexualstraftäter und die enorm hohe Rückfallquote zu bagatellisieren - aber wenn jemand 20 Jahre im Gefängnis war und entlassen wird, muss er eine Chance zur Resozialisierung erhalten.